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Alexandra

Der Bücherwahnsinn

Hier findet ihr nur meine Rezensionen, wer mehr von mir lesen möchte sollte sich mein Literaturblog Der Bücherwahnsinn anschauen. Würde mich freuen! Ansonsten, hier weiterhin viel Spass!

Wenn du stirbst... ist es noch lange nicht vorbei!

Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie - Lauren Oliver, Katharina Diestelmeier
Ich bin Sam, Samantha Kingston, bin eigentlich ganz normal, nett, aufgeschlossen Mädchen und bin.... tot.
 
Ja, ihr habt richtig gehört, ich bin tot. Eigentlich hätte der Abend ganz anders laufen sollen. Party bei Kent und dann mit meinem Freund endlich mein erstes Mal haben. Doch irgendwie lief alles schief, jetzt bin ich nämlich immer noch Jungfrau und tot. 
 
Und nein, ich sehe kein Tunnel, auch kein Licht, noch ist das Leben an mir vorbeigezogen. ich bin immer noch da, als wäre nichts geschehen! Ich wachte am Morgen danach auf und muss feststellen das es der selbe Tag ist. Valentinstag.Wisst ihr wie das ist wenn man jedes mal am Morgen des selben Tages wieder aufwacht? Und man nichts machen kann, man der einzige Mensch ist der weiss das ich den selben Tag immer und immer wieder erleben muss, ich demzufolge auch jeden Abend sterben muss? Ob ich daran wohl was ändern kann? Und verdammt noch mal, wo liegt da bloss der Sinn? 
 
 
Wann ist endlich Schluss damit....?
 
Erster Satz:
Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie, aber bei mir war es nicht so.
 
 
 
ZumTitel kann ich folgendes sagen, er passt. Auch wenn der Originale ganz anders lautet; "Before I Fall". Beides bezieht sich auf die Tatsache der Geschichte. Das Cover find ich gelungen, schlicht und doch ein Hingucker!
 
Lauren Oliver schreibt locker und leicht, und vor allem flüssig. Es ist aber nicht so verspielt wie man es vielleicht bei einem Jugendroman erwarten kann, ich denke, das würde auch nicht zum Thema passen. 
 
Die Autorin hat mit diesem Roman ein wirklich super Debüt hingelegt. Ein Thema welches in letzter Zeit immer wieder gerne aufgegriffen wird, das sterben und der Tod. Ich finde das gut, man sollte das ganze nämlich eintabuisieren. Und da der Tod nun mal ein Mysterium ist, kann man auch seiner Fantasie freien Lauf lassen. Man kann das Thema wirklich so verschieden be- und verarbeiten und ich finde hier ist es gelungen. 
 
Sam, die Protagonistin, sie stirbt aber muss feststellen das nach dem Tod eben nicht Nichts mehr kommt, sondern das sie in einer Art Zeitschleife gefangen ist. Sie erwacht immer wieder am Morgen des Todestages. Sie er- und durchlebt immer wieder den selben Tag, nur, das sie mit jedem Tag Einsichten gewinnt, die sie dann am nächsten Tag versucht umzusetzen. Sie begreift nach und nach was der Sinn hinter dem ganzen ist, nicht nur warum sie in dieser Zeitschleife feststeckt sondern auch der Sinn  des Lebens im allgemeinen.
 
Sie dachte immer das sie und ihre Freundinnen ganz normale, aufgeschlossene, fröhliche und nette Mädchen wären. Dass sie keine Geheimnisse voreinander haben, das sie die Welt beglücken mit ihrem Dasein und so weiter. Doch im Verlauf der Tage die sie erlebt wird ihr klar das sie vielleicht doch ganz anders ist als sie sich selbst wargenommen hat. Sie merkt mit jedem Tag mehr wie oberflächlich, gemein, und arrogant sie und ihre Freundinnen eigentlich waren. Und vor allem, sieht sie welche Konsequenzen ihr Handeln hatte und hat. 
 
Alles in miteinander verbunden, nichts passiert einfach so, zufällig! Jede Handlung zieht eine Reaktion mit sich.
 
Samatha muss mehrere Tage durchleben bis sie begreift was eigentlich wichtig ist! 
 
Die Idee der Geschichte an sich, ist nicht neu. Denn mich hat der Plot doch sehr an den Film; "Und täglich grüsst das Murmeltier" erinnert. Nur mit einem Unterschied, das im Buch die Protagonistin Tod ist, und im Film der Protagonist lebt. aber beide wollen ihr Leben so verändern das alles so läuft wie sie es wollen, zum besseren, für sie, für andere... und doch merken sie irgendwann das man gewisse Dinge nicht ändern kann. 
 
 
Meine Lieblingsstelle: 
Eins der Dinge, die an jenem Morgen gelernt habe: Wenn man eine Grenze überschreitet und nichts passiert, verliert die Grenze ihre Bedeutung. Es ist wie mit dem Rätsel von dem Baum, der im Wald umfällt. Macht das auch dann ein Geräusch, wenn niemand da ist, der es hört? 
Man zieht immer wieder eine neue Grenze, immer ein bisschen weiter weg, und überschreitet sie jedes Mal. So verlassen manche Leute  irgendwann die Erde. Ihr währt überrascht, wie leicht es ist, aus der Umlaufbahn auszubrechen, an einen Ort geschleudert zu werden, wo niemand einen berühren kann. Sich zu verlieren - verloren zu gehen.
 
S. 186
 
 
Ein wirklich gute Debüt über den Tod, das sterben, der Sinn des Lebens, ebenso über Freundschaft und sich selber finden.