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Alexandra

Der Bücherwahnsinn

Hier findet ihr nur meine Rezensionen, wer mehr von mir lesen möchte sollte sich mein Literaturblog Der Bücherwahnsinn anschauen. Würde mich freuen! Ansonsten, hier weiterhin viel Spass!

Wenn Gott hilfe brauch!

Und Gott sprach: Wir müssen reden! - Hans Rath
 
Titel und Cover passen, denn es ist zwar dramatisch aber eben mit viel Humor. Ich persönlich finde es gut hat mal das Cover gezeichnet und nicht mir einem Foto versehen worden. Und das Bild ist nicht aus dem Zusammenhalt gerissen sondern spiegelt eine Situation im Buch wider. 
 
Ich kannte den Autor nicht, hab zwar seine anderen 3 Büchern auf dem Wunschzettel aber bis jetzt hab ich es nicht geschafft ein Buch von ihm zu lesen, aber das werde ich sicher irgendwann nachholen, denn der Schreibstil ist wirklich locker, flüssig aber wie schon gesagt, sehr witzig. Trotz aller Dramatik kann er witzig sein ohne das es Fehl am Platz scheint. Manchmal sind dramatische Situationen Uhrkomisch. Ist euch sicher auch schon mal passiert das ihr in einer Situation gelacht habt, Witzte gerissen habt obwohl die Situation nicht grade Lustig war. einfach um der ganzen Sache die Spannung zu nehmen.  Und hier ist das nicht anders. Und manchmal muss man auch über sich selber Lachen können, finde ich.
 
Die Geschichte ist eigentlich eine einfache, oberflächlich gesehen. Jakob Jackobi ist Therapeut, der grade nichts zu tun hat, denn wer geht schon in eine Therapie wenn der Therapeut selber geschieden wurde? Und selber irgendwie grade nicht auf der Höhe ist? Eben, keiner... Bis auf Abel Baumann, GOTT höchst persönlich, der er ist es, der Jackob bittet ihm zu helfen. Denn ihm gehts nicht gut, er wird immer schwächer. Er weiss nicht genau warum aber er hat eine Vermutung. Jackob gibt sich ein Ruck und nimmt Abel unter seine Fittiche und verbringt einige Zeit mit ihm. Und während er so seine Zeit mit ihm verbringt kommt auch er ins grübeln. Es der Patient nicht einfach psychotisch? Schizophren oder vielleicht doch Narzist? Oder ist es wirklich GOTT? Wenn ja, wie soll er das beweisen. 
 
Nebst dieser verzwickten Sache gibts es auch noch andere Probleme die ihn grade beschäftigen, wie seine Ex, sein Bruder und seine Mutter. Er denkt sich das vieles vielleicht anders gelaufen wäre wenn es ihm gar nicht geben würde,  und kann er so Abel wirklich helfen, oder ist es eher so, das Abel Jackob hilft? Denn langsam verändert sich Jakobs Gefühl und Ansicht bezüglich Abel. Kann es sein das er wirklich Gott ist? Wie kann man sich denn da sicher sein, ohne irgendwelche Beweise? Und wenn er ihm Beweise liefern würde, würde er diese als solche Anerkennen? Oder ist er doch einfach nur ein kranker Mann der einige gute Tricks auf Lager hat?
 
Eine Lieblingstelle: S. 86
"Wobei die Probleme schon länger schwelen. ich habe es nur nicht gemerkt. Das lag wohl daran, dass alles völlig harmlos anfing. Millionen von Jahren passierte auf der Erde praktisch ... Nichts. Es gab nicht die geringste Innovation. Lag sicher auch daran, dass die ersten Menschen ziemliche Doofnüsse waren. Für die Erfindung des Faustkeils haben die Torfnasen sechshunderttausend Jahre gebraucht. Dass musst du dir mal vorstellen! Ich dachte also, ich tue meinen Schäfchen was gutes und spendiere ihnen ein paar Erfindungen: Pfeil und Bogen, Kleidung, den Feuerstein und das Rad. All das natürlich im laufe einiger Jahrtausende, ich wollte die Menschen ja nicht überfordern." Abel streicht sich über den Dreitagebart. "Ich gebe zu, ein wenig Egoismus war auch im Spiel. Es ist wahnsinnig öde, Leuten zuzusehen, die sich keinen Millimeter weiterentwickeln.


Ich fand die Geschichte wirklich spannend, was wenn ich jemand vor mir hätte der behauptet Gott zu sein? Klar, ich würde dem sicher nicht glauben. Ich würde genau so denken, der hat irgend ein Problem. Auch wenn er mir gewisse Dinge sagen kann die man so nicht auf Anhieb weiss. Oder wenn er ein paar Kunststückchen vollbringen würde, ist dass ein Beweis? Oder anders rum, was würden wir als Beweis gelten lassen? Hans Rath hat mit dem Buch uns nicht nur eine unterhaltsame Geschichte geschenkt, sondern auch etwas, das so manchen beschäftigt. Sei das jetzt auf der religiösen Ebene oder rein Philosophisch.

 

Eine wirklich amüsante Geschichte um das Leben an sich und um die Existenz Gottes.